Eddie Aikau

Eddie Aikau (Edward Ryon Makuahanai Aikau) ist eine Legende: Surfer, Rettungsschwimmer und Symbol für hawaiianischen Surfspirit. Sein Mut, seine Bereitschaft sein eigenes Leben zu riskieren, um anderen zu helfen und seine Verbindung zum Meer machen ihn zu einem der ikonischsten Watermen der Surf-Geschichte.

Leben und Prägung

Edward Aikau wurde am 4, May, 1946 in Kahului (Maui) geboren und wuchs in relativ einfachen Verhältnissen auf Maui auf. Seine Eltern Solomon (kurz “Pops”) und Henrietta brachten neben Eddie und einer Schwester, Myra, vier weiteren Brüder zur Welt: Frederick (Fred), Gerald (Gerry), Clyde und Solomon (Sol). Eddie selbst war der dritte Sohn, der häufig als letztes gefunden wurde, wenn er mit seinen Geschwistern, Verstecke auf dem Friedhof spielte. Schon früh zog die Familie nach Oʻahu, was ihm Zugang zu den großen Wellen und Boulevards Hawaiis gab, fernab von dem benachbarten Friedhof.
Unter dem Kolonialismus wurde die hawaiianische Kultur weitestgehend unterdrückt. Allerdings war Eddies Verbindung zur hawaiianischen Kultur tief und wurde Teil der hawaiianischen Renaissance-Bewegung. Durch diese sollten traditioneller Werte, u.a. Navigation und Sprachen wiederbelebt werden. Eddie wurde als Wasser-Mann verstanden, der nicht nur „Surfer“, sondern Hüter der Meereswege war.

Persönlichkeit

Die Schule war nicht seine Stärke, er war viel mehr ein spiritueller als ein gelehrter Charakter ab mit viel Weisheit beschreibt Donald Dupont, ein Freund der Aikau Familie. Sein recht zurückhaltender Charakter war nicht laut, sondern tat viel über Taten; er war bekannt für seine stille Würde und innere Stärke.

Mit etwa 16 Jahren verließ Eddie die Schule und begann zu arbeiten — unter anderem in einer Ananasfabrik — um sich sein eigenes Surfbrett leisten zu können. 1968 übernahm er die erste Stelle als Rettungsschwimmer und betreute alle Strände am North Shore von Pūpūkea (Sunset) und Haleʻiwa. Für Eddie optimal, um sein Leben dem Surfen zu widmen.

Karriere als erster Rettungsschwimmer am North Shore

Eddie war der erste offiziell angestellte Lifeguard für Waimea Bay und die Nordküste Oʻahus. Unter seiner Verantwortung wurden schätzungsweise über 500 Menschen gerettet — zu einer Ära ohne Jetskis oder moderne Rettungshilfen. Während seiner Zeit als Rettungsschwimmer in Waimea Bay kam, es nicht zu einem einzigen Todesfall. Den der Wasser-Mann scheut sich auch nicht vor Wellen mit einer Höhe von 10 Metern. Durch seinen Mut und seine Selbstlosigkeit wurde er 1971 zum Lifeguard of the Year ausgezeichnet – Er war bereit, in extremem, lebensgefährlichem Surf zu handeln.

Ein Portrait von Eddie Aikau, der hawaiianischen Surflegende.

Big-Wave-Surfer & Wettkämpfe

Ersten Surfversuche machte Eddie auf einer Sperrholzplatte mit circa 8 Jahren. Eine Leidenschaft, die ihn nicht wieder losließ. Eddie war zudem ein herausragender Big-Wave-Surfer. Sein größter Wettkampferfolg war der Sieg 1977 beim Duke Kahanamoku Invitational – ein bedeutender Titel in dieser Zeit. Daneben reiste er gelegentlich zu internationalen Veranstaltungen, doch sein Hauptfeld war stets Hawaii und insbesondere Waimea. Er galt als der beste Surfer in Waimea Bay:

"Er war am weitesten draußen, er nahm die größten Wellen, er trimmte und er surfte besser als alle anderen".

Tragischer Abschied & Mythos

1978 beteiligte sich Eddie an der Expedition mit der traditionellen polynesischen Doppelkanu Hōkūleʻa, die von Hawaii nach Tahiti segeln sollte – eine symbolträchtige Reise zur Wiederbelebung alter Navigationsrouten. Im offenen Ozean geriet das Boot in Schwierigkeiten und kenterte. In einer mutigen Geste bot sich Eddie an, mit seinem Surfboard in Richtung Lanai zu paddeln, um Hilfe zu holen — er wurde nie wieder gesehen. Die Suchaktion war eine der größten Luft-See-Operationen in der Geschichte Hawaiis, jedoch blieb Eddie verschollen – sein Leichnam wurde nicht gefunden. Am 17. März 1978 wurde er für tot erklärt.

Diese Tat – der freiwillige Ausbruch in die Ungewissheit, um andere zu retten – wurde zum Kern seiner Legende. Der Ausspruch „Eddie Would Go“ wurde zum Spirit-Mantra: Wo andere zaudern, würde Eddie handeln.

Eddie Aikau's Vermächtnis

Eddie Aikau steht symbolisch für Mut, Verantwortung und das hawaiianische Wertegefüge von Aloha und Fürsorge. Durch ihn werden Strandrettung, Kultur und hawaiianische Tradition verbunden. Er ist das Vorbild für Selbstlosigkeit im Surf-Sport und darüber hinaus — ein Symbol dafür, dass mit Surf nicht nur Ruhm, sondern Verantwortung verbunden ist.
1998 wurde zu seinem Andenken ein Surf-Wettbewerb ins Leben gerufen: The Eddie Big Wave Invitational. Das Ereignis findet nur dann statt, wenn die Wellenbedingungen extrem sind (Mindesthöhe oft > 20 Fuß) – eine bewusste Hommage an Ed­dies Bereitschaft, bei maximaler Gefahr surfen gehen. Daher kommt auch das Motto: “Eddie would go”. Nach der Erstaustragung am Sunset Beach 1985 wurde der Austragungsort ein Jahr später an Eddies Heimatbuch Waimea Bay verlegt, wo sein Bruder Clyde Aikau gewann. Der Wettbewerb ist nicht nur sportlich relevant, sondern auch kulturell, mit Ritualen, Ansprachen und einem kollektiven Gedenken an Eddie.

Die Eddie Aikau Foundation, gegründet durch Familienmitglieder, führt sein Erbe weiter: Sie unterstützt Bildungsprojekte, kulturelle Initiativen und Programme zur Bewahrung hawaiianischer Identität und Sprache.

Die Geschichte des Eddie Aikau verfilmt

Für Surfhistoriker und Surf-puristen ein Muss. Anekdoten über Eddie, erzählt on seinen Geschwistern, Eltern und andere Zeitzeugen, die Eddie erleben durften. Eddie – ein wahrer Held, der hawaiianischen Surfgeschichte.