Quirin Rohleder (voller Name: Quirin Michael Simon Helge Rohleder) wurde am 2. Juli 1974 (München) geboren und ist eine geschätzte Persönlichkeit in der deutschen Surfszene. Anmerkung in der Surf-Bubble genießt er nicht nur als Sportler, sondern auch als Unternehmer und Innovator. Als einer der Pioniere des Riversurfings in Deutschland hat er maßgeblich zur Entwicklung und Popularisierung dieser Sportart beigetragen. Sein Einfluss erstreckt sich von der legendären Eisbachwelle in München bis hin zur internationalen Surfszene.
Vom Bodyboard zum Acid Drop: Quirins Weg ins Surfen
Vergleichsweise spät kam die heutige Eisbachlegende zum Surfen – aber dafür umso konsequenter. Mit 14 Jahren stieg er das erste Mal auf ein Bodyboard, das er jedoch sofort auf seine ganz eigene Weise nutzte: nicht liegend, sondern mit Drop-Knee und im Stehen. Sein Freund Mark konnte das nicht lange mit ansehen und verkaufte ihm daraufhin sein altes Surfboard, was passender zu seinem Surfstil passte.
Am Münchner Eisbach wurde Quirin schnell Teil der damals noch jungen Szene. Dort schrieb er Surf-Geschichte: Er war der erste Surfer, der vom Ufer in die Eisbachwelle sprang. Ein ikonischer Sprung, den man heute Acid Drop nennt. Die Idee entstand weniger aus Experimentierfreude als aus einem Kommentar eines Freundes, der meinte, das „Hinsetzen“ sehe einfach peinlich aus. Quirin nahm das ernst – und fand eine neue, radikale Art, in die Welle einzusteigen. Zugegeben, das Aufsteigen auf die Eisbachwelle durch das Hinsetzen am Ufer, entspricht nicht dem Surfen, was man gerne anschaut: mit fließenden Bewegungen und kraftvollem Stil. Es erinnert viel mehr als Einstiegshilfe im Schwimmbad und nicht an den selbstbewussten Flow eines Surfers.
Quirin Rohleder als Surfer und Sportler: Von Eisbach-Legende zum Europameister
Seine sportlichen Erfolge beschränken sich jedoch nicht nur auf den Eisbach. Quirin konnte auch international Erfolge feiern und wurde Europameister im Rapid Surfing. Diese Leistung unterstreicht seine herausragenden Fähigkeiten und seine Vielseitigkeit als Surfer. Durch den Erfolg blieben Sponsorenverträge nicht aus, zwischenzeitlichen wurde er von Rip Curl gesponsort und war zwischenzeitlich und war Markenbotschafter für Patagonia. Es ist wichtig zu verstehen, dass Riversurfing und Oceansurfing zwar verwandte, aber distinkt unterschiedliche Disziplinen sind. Während Oceansurfing auf natürlichen Meereswellen stattfindet, nutzt Riversurfing stehende Wellen in Flüssen oder künstlich erzeugten Anlagen. Die unterschiedlichen Wellen setzen zudem unterschiedliche Techniken voraus, um die Welle surfen zu können. Die Eisbach-Ära: Pionierarbeit am Münchner Stadtfluss
Die Karriere von Quirin ist untrennbar mit dem Eisbach in München verbunden. Seine frühen Jahre an dem weltberühmten, urbanen Surf-Spot waren geprägt von Durchhaltevermögen und einer wachsenden Leidenschaft für den Sport. Er wuchs nicht weit von der berühmten Welle in München auf und ging zu anfangs hauptsächlich alleine nach der Schule auf der Rapidwave surfen, bevor ihn Freunde begleiteten – mit unvorstellbarem Surf equipment. Mit einem K2 Windsurf-Neopren, der nicht übers Knie ragte und ohne Booties. Heute sind kurze Neos selten auf der Welle in München vorstellbar. Die Wassertemperatur beträgt zwischen 20° und 6 °C. Trotz der rauen Bedingungen ist aus der damaligen Nischenaktivität heute eine etablierte Surfszene entstanden, die Touristen aus aller Welt anzieht.
Unternehmerischer Erfolg: Vom Billabong-Lagerarbeiter bis zu Unternehmensgründer
Erste Jobs in der Surfbranche in: Board-Repairs, Finnen glasen & Shop-Alltag
Ersten Erfahrungen in der Surfbranche ganz bodenständig – mit Schleifstaub in der Luft und Harz an den Händen. In München arbeitete er für den Shaper Collin Patterson, bei dem er Surfboards reparierte und Finnen glaste. So kam er immer wieder an neue Boards. Ein Deal, der ihn gleichzeitig im Handwerk schulte und sein eigenes Surf-Quiver wachsen ließ.
Parallel dazu arbeitet Quirin auch in Münchner Surfläden wie Motion und Boards im Einsatz. Dort lernte er die andere Seite der Branche kennen: den direkten Kontakt zu Kund:innen, Materialberatung, Sales, Szene-Talk. Diese frühen Jobs legten den Grundstein für sein Verständnis von Surfkultur, Produkt und Markt.
Der Einsteig in die internationale Surfszene: Karriere bei Billabong in Hossegor
Nach dem Besuch einer Dolmetscherschule schlägt Quirin andere Wege ein – er will für Billabong im Marketing arbeiten. Da es keine freien Stellen gab, fing er als Lagerarbeiter in Hossegor an, wo er von seinen französischen Kollegen den Spitznamen “Pickelhaube” erhielt. Zudem war er der erste Deutsche, der in der Surfindustrie in Frankreich arbeitete. Nach circa einem halben Jahr konnte er endlich in die ersehnte Marketingabteilung wechseln. In dieser Funktion hat er namhafte Kontakte in der internationalen Surfszene geknüpft und erhielt die Möglichkeit an weltberühmte Surfspots wie in Jbay oder Tahiti zu reisen. Auch seine Connection zu den Arbeitern im Lager war von Vorteil, den er war nicht einer in der Unternehmensstruktur höher angesiedelten Abteilung “von da oben”, sondern wurde noch immer als einer der hart arbeiten Lagermitarbeitern respektiert.
Nach einiger Zeit im Marketing wollte Quirin sich Richtung Branding weiterentwickeln, stärker ins Marketing, in die Markenführung und strategische Ausrichtung. Da sein Chef zum damaligen Zeitpunkt nicht bereit war, diesen Schritt mitzugehen, entschied Quirin Billabong zu verlassen und neue Wege einzuschlagen.
Eventmanager und Redakteur
Durch seine guten Kontakte zu Billabong war es Quirin möglich Surfcontest u. a. für Billabong selbst, als Freelancer zu organisieren und wurde zum Eventmanager. In der Surfszene gab es damals weltweit die ersten Webcast bei einem Surfcomp, die der Münchner spontan aufgrund seiner mehrsprachigen Begabung moderierte. Nach seiner Zeit in Frankreich ging es nach Barcelona, wo er als Redakteur für das Magazin „Surfing Europe“ gearbeitet hat und für die deutsche Version von “Surfing Magazine” verantwortlich war.
Agenturleben – Beratung und Talentmanagement
Zudem gründete Quirin eine Athleten-Management-Agentur. Der Startschuss für die Gründung war, als Marlon Lipke ihn um Unterstützung bat, weil Quiksilver dessen Vertrag nicht verlängern wollte. Die Eisbach-Legende organisierte daraufhin neue Sponsoren, übernahm PR-Arbeit und entwickelte gemeinsam mit seinem Partner Greg Martin ein einzigartiges Modell: Durch die Verbindung von professionellem Sportler-Management und einer TV-Produktionsfirma konnte er Athleten nicht nur klassisch betreuen, sondern auch Video-Produktionen und deren Vermarktung über internationale TV-Netzwerke anbieten. Ein Alleinstellungsmerkmal in Europa. Als Talent-Manager unterstützt er deutsche Surfer:innen wie Noah Klapp, Janina Zeitler und Leon Glatzer, war aber auch schon für internationale Größen wie Frederico Morais zuständig.
Die von Rohleder mitgegründete Water Works Agency spielt eine wichtige Rolle in der deutschen Wassersport-Industrie. Sie bietet Beratung und Dienstleistungen für Unternehmen und Organisationen im Bereich Wassersport und trägt so zur Professionalisierung der Branche bei. In seiner Rolle als Senior Marketing Manager bei o2 Surftown MUC bringt Rohleder seine umfassende Erfahrung in der Surfbranche ein und entwickelt Marketingstrategien und erarbeitet Konzepte zur Förderung der Surfkultur für die Surftown in München.
Eigene Surfoardbrand für River- und Oceanboards
Gemeinsam mit Christian Bach gründet er 2014 MIGHTY OTTER Surfboards. Eine Brand, die sich einen Namen in der Surfbrett-Industrie gemacht hat und sowohl Bretter für River- als auch für Oceansurfing herstellt.
Surf-Persönlichkeiten mit Einfluss auf Quirins Leben
Bereits früh in seiner Karriere in der Surfindustrie fand Quirin Rohleder Schlüsselpersonen, die ihn formten. Von damaligem Chef bei Billabong Derek O’Neill, Mitgründer des Stab Magazines Derek Rielly und Karl Wiese lernte er u. a. viel über Surfetikette und wie man mit großen Marken und Athleten arbeitet.
Innerhalb der deutschen Surfszene lernte Quirin auch Thomas Lange kennen, denn ersten deutschen Profisurfer. Er war für den Münchner ein echtes Vorbild. Nicht nur, weil er als erster deutscher Profisurfer Surfgeschichte schrieb und Teil des legendären Quiksilver-Teams um Kelly Slater war, sondern auch, weil er mit Fatum Surfboards eine der bekanntesten europäischen Boardmarken mitgründete. Gleichzeitig war Thomas Lange aber auch sein härtester Konkurrent auf nationaler Ebene – auf den Deutschen Meisterschaften, wo beide über Jahre hinweg um den Titel kämpften. Als Thomas schließlich nicht mehr aktiv an Contests teilnahm, witterte Quirin realistische Chance, den Meistertitel selbst zu holen. Die Erleichterung wurde aber schnell durch das damalige neue Talent Marlon Lipke gedämpft.
Über Thomas Lange bracht Quirin mit Leon Glatzer zusammen. Aus dieser Verbindung entstand eine enge Kooperation. Der gebürtige Münchner übernahm nicht nur das Sponsor- und PR-Management für Leon, sondern begleitete ihn langfristig. Die Zusammenarbeit begann als Leon circa 14 Jahre alt war. Er verschaffte dem Nachwuchstalent Sponsorenverträge – so konnte Leon die halbe Welt bereisen. Hatte aber auch dadurch viel Verantwortung für den späteren deutschen Olympioniken Leon Glatzer aus Pavones. Die Verbindung der beiden war persönlich und professionell zugleich: Quirin half, Leons Karriere zu starten, und entwickelte mit ihm ein nachhaltiges Management-Modell und es entstand eine Vater-Sohn-Beziehung.
Familie und aktueller Lebensmittelpunkt
In seiner Heimatstadt München lebt Quirin noch immer stark verwurzelt. Die Eisbach-Legende hat hier nicht nur die Shaping-Bay von MIGHTY OTTER SURFBOARDS, sondern ist auch als Senior Marketing Manager bei der o2 Surftown MUC tätig. Der deutsche Rapid-Surf-Pionier lebt in München nicht alleine, sondern mit Frau Madeleine und zwei Kindern.